Europäische Werte, Identität und Bewusstsein in Europa

Als sich die Gründungsväter Europas (Adenauer, Schuman, Gasperi und Churchill) daran machten,die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, EGKS zu gründen, dachten Sie zunächst mehr an friedenserhaltende Möglichkeiten als an wirtschaftlichen Erfolg. Kriegswichtige Rohstoffe wurden durch die gleichmäßige Verteilung so zu Instrumenten des Friedens, weil man nicht mehr um sie kämpfen musste. Bis 1992, als die europäische Union mit dem Vertrag von Maastricht besiegelt wurde, herrschte in Europa erstmals seit langer Zeit ein fast 50 jähriger Friede.

Deutschland profitierte nach der Wiedervereinigung 1989 von der Europäischen Union und spätestens als 1991 die Sowjetunion und der Warschauer Pakt auseinanderbrachen, gewann die Europäische Union an Bedeutung, denn plötzlich wollten die Mehrheit der ehemaligen Paktstaaten nicht nur ihre nationale Identität und Unabhängigkeit, sondern diese auch durch die Europäische Union gesichert wissen und als Neumitglieder aufgenommen werden. Das kann nur allmählich geschehen, aber aus den ursprünglich 6 Gründerländern wurden mittlerweile 27 Mitgliedsstaaten. Weitere Aufnahmeanträge liegen vor.

Das heißt auch, dass die Sicherheit der europäischen Union stets neu bedacht, erkämpft und reflektiert werden muss, nichts selbstverständliches ist, angesichts von Ideologien und Fanatismus in der Welt. Eine gemeinsame Verteidigungs- und Sicherheitspolitik im Zusammenwirken mit der NATO sind ebenso wichtig wie nationale innenpolitische Stabilität und damit auch wirtschaftliche Stabilität nach außen. Das ist, wenn man die jüngste Finanzkrise in Europa anschaut, nicht garantiert - hier wurden Werte in Frage gestellt und noch ist die Krise um die Überschuldung von Ländern der EU nicht gemeistert.

Dennoch scheint der begonnene Weg, einen Rettungsschirm für die Wirtschaft Europas aufzubauen eine sinnvolle Aktion, die den Geist der Gründerväter auch in unsere Tage fortträgt. Gleichzeitig zeigt sich die Notwendigkeit solcher Sicherungsmaßnahmen, die durch die Vielzahl von Mitgliedern mit ganz unterschiedlichen Wertemaßstäben notwendig wurde. Die Nutzung der EU-Organe und ihr Durchsetzungsvermögen ist ein Postkriegsphänomen mit Zukunft.